Idyllisch eingebettet: Die LOTTO Thüringen ARENA am Rennsteig.
Idyllisch eingebettet: Die LOTTO Thüringen ARENA am Rennsteig während des BMW IBU Weltcup Biathlon 2022. Foto: Christian Heilwagen

Weltcup-Bilanz: Oberhof ist bereit für die WM

Der BMW IBU Weltcup Biathlon 2022 endet am Sonntag nach drei erfolgreichen Wettkampftagen. Der Vorsitzende des Zweckverbandes Thüringer Wintersportzentrum Oberhof, Dr. Hartmut Schubert und der Chef des Organisationskomitees, Thomas Grellmann ziehen Bilanz.

„Ich blicke voller Stolz und Dankbarkeit auf die zurückliegenden Wettkampftage sowie die Wochen und Monate der Vorbereitung zurück. Wir haben ein weiteres Mal bewiesen, dass Oberhof unter schwierigsten Bedingungen liefern kann. Zur Herausforderung der pandemischen Lage, mit dem erneuten Verzicht auf das Publikum, kam die außergewöhnliche Wetterlage unmittelbar vor Beginn der Wettkämpfe. Nicht zuletzt die verbesserte Sportstätteninfrastruktur mit der Fokussierung auf ein ressourcenschonendes Schneemanagement mit kurzen Transportwegen, haben dieses Event erst ermöglicht. In diesem Jahr werden wir die Arbeiten finalisieren und uns mit voller Professionalität auf die Weltmeisterschaften vorbereiten. Wir sind voller Optimismus, motiviert und bereit für die WM, die wir dann hoffentlich wieder vor vollen Rängen austragen dürfen“, so Schubert.

OK-Chef Thomas Grellmann unterstreicht indes die sportliche Bedeutung der Wettkämpfe und bedankt sich beim gesamten Weltcup-Team. „Wir haben von zahlreichen Athletinnen und Athleten positives Feedback bekommen. Weniger als vier Wochen vor dem Beginn der olympischen Winterspiele in Peking, dienten der Biathlonstandort Oberhof und der Weltcup zur Standortbestimmung der Weltelite. Ich bin meinem Team sehr dankbar, dass wir es mit unermüdlichem Einsatz geschafft haben, für die Sportlerinnen und Sportler bestmögliche Bedingungen zu schaffen. Oberhof hat erneut geliefert. Besonderes Lob verdienen die zahlreichen Ehrenamtler, die gemeinsam mit den hauptamtlichen Kollegen des Zweckverbandes, die Basis für den Weltcup bilden. Voller Zuversicht und Vorfreude können wir nun den Blick auf die Vorbereitung der Weltmeisterschaften im kommenden Jahr richten. Wir werden auch auf der Zielgerade der Vorbereitung nicht nachlassen und haben den Anspruch, einzigartige Weltmeisterschaften 2023 auszurichten.“ 
 



BMW IBU Weltcup Biathlon in Zahlen
 

  • Athleten: Aus 30 Nationen haben sich insgesamt 508 Teammitglieder akkreditiert. Darunter befinden sich 227 Athletinnen und Athleten und 79 Coaches. Zudem gehören 119 Skitechniker und 48 Ärzte und Physiotherapeuten. Sechs Nationen nahmen die Möglichkeiten einer Wildcard wahr: Korea, Kroatien, Moldawien, Mongolei, Neuseeland und Serbien.

  • Birxsteig: Der Oberhofer Birxsteig gilt ohnehin als einer der härtesten Anstiege weltweit. Wer dachte, dass die seit 2020 laufenden Modernisierungs- und Streckenanpassungen den legendären Stieg entschärfen, befindet sich jedoch auf dem Holzweg. Durch das Einbringen einer röhrenförmigen Unterführung, die bei vier Metern Höhe und sechs Metern Breite auch die unterirdische Querung von Rettungs- und Versorgungsfahrzeugen ermöglicht, befindet sich der höchste Punkt auf nunmehr 841,85 Metern und somit drei Meter höher als zuvor. Für die Sportlerinnen und Sportler erhöht sich somit insbesondere im letzten Drittel der 320 Meter langen Passage der Schwierigkeitsgrad, „kletterte“ das Gefälle in diesem Bereich durch den Umbau von vier auf nunmehr 9,6 Prozent.
     
  • Container: Auf dem Gelände sind 114 temporäre Container aufgebaut worden. 80 sind allein im Teamareal benötigt worden, etwa für die Ski-Techniker oder die Umkleiden. 21 weitere sind im Bereich des TV-Compounds aufgestellt. Helfer: 430 fleißige Helferinnen und Helfer haben die Organisatoren des BMW IBU Weltcup tatkräftig unterstützt. In den Tagen der Vorbereitung waren 150 bis 200 Ehrenamtliche pro Tag im Einsatz.
     
  • Journalisten: Insgesamt 241 Medienvertreterinnen und Medienvertreter haben sich für den BWM IBU Weltcup Oberhof akkreditiert, darunter 15 Journalistinnen und Journalisten, 12 Fotografinnen und Fotografen. 174 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter waren für den Host Broadcaster ARD vor Ort.
     
  • Kabellage: Beleuchtung, Beschallung, Beschneiung und Co.: Vor dem BMW IBU Weltcup Biathlon wurden in der ARENA am Rennsteig und entlang der Loipen insgesamt 100.000 Meter Kabellage verlegt. Diese bilden die Grundlage der neuen technischen Infrastruktur, die das Streckennetz in puncto Beschallung, Datentransfer, Beleuchtung und Beschneiung versorgt.
     
  • Kommunikation: Über 1000 Glasfasern enden im Funktionsgebäude. Diese wurden mit Sicht auf die WM 2023 verlegt. Unter anderem decken sie das gesamte WLAN ab sowie die Niveauregulierung der Pistenbullys. Mittlerweile ist auf dem Gelände 5G verfügbar, unter anderem in den Netzen in T-Mobile und Vodafone. Weitere folgen.
     
  • Preisgelder: Für die Sieger und Platzierten wurden Preisgelder in Höhe von insgesamt 432.000 Euro ausgeschüttet. Pro Einzelrennen werden 78.000 Euro an die 20 besten Sportlerinnen und Sportler verteilt. Der Sieger erhält 15.000 Euro, der Zweitplatzierte 12.000 Euro und der Drittplatzierte 9.000 Euro. Die Sieger der Mixed-Staffel mit vier Startern erhalten insgesamt 24.000 Euro, die Zweiten 18.000 Euro und die Dritten 14.000 Euro. An die sechs bestens Teams werden insgesamt 80.000 Euro vergeben. Ein Sieg in der Single-Mixed-Staffel mit zwei Startern wird mit 12.000 Euro belohnt. Die Zweitplatzierten freuen sich über ein Preisgeld in Höhe von 9.000 Euro, die Dritten über 7.000 Euro. Für die sechs besten Staffel werden in diesem Wettbewerb insgesamt 40.000 Euro benötigt.
     
  • Siegerehrung: Sechs Wettkämpfe, sechs Siegerehrungen: An die Podestplatzierten sind 42 Pokale vergeben worden, darunter 30 große Pokale mit einem Tannenbaum und einem Rennsteig-R für die Plätze eins bis drei sowie 12 kleine Rennsteig-Rs für die Plätze vier bis sechs in Einzelrennen. Die Internationale Biathlon Union (IBU) vergibt zudem Medaillen. Die Unikate aus Lindenholz sind ab November 2021 vom Holzbildhauer Alfred Schmidt aus Zella (Wartburgkreis) angefertigt worden.
     
  • Unterführungen: Für die Biathlon-Weltmeisterschaften 2023 wird die ARENA am Rennsteig umfangreich modernisiert. Um unnötige Loipenüberquerungen zu vermeiden, wurden im Zuge der Umbaumaßnahmen vier Unterführungen eingebracht. Während sich die größte unmittelbar unter dem höchsten Punkt des Streckennetzes am Birxsteig befindet, sind die verbleibenden Röhrenelemente im Bereich der großen Sägespänerunde (2) sowie in der Zufahrt zur FIS-Schneise verlegt worden. Die Unterführungen dienen sowohl der Steuerung der Zuschauerströme sowie der Erweiterung der Rettungs- und Sicherheitswege.
     
  • Transfer: 15 Shuttlefahrzeuge waren in diesem Jahr im Einsatz, um Athletinnen und Athleten sowie Trainerinnen und Trainer zur ARENA am Rennsteig zu fahren. Helferinnen und Helfer und auch Medienvertreterinnen und Medienvertreter konnten auf dem Parkplatz am Grenzadler parken, wo bei Weltcups in Nicht-Pandemie-Zeiten das Hüttendorf aufgebaut ist.
     
  • TV-Übertragung: Der Weltcup ist von der ARD übertragen worden. 50 Kameras senden wunderschöne Winterbilder und die besten Szenen der Wettkämpfe in die Welt. 29 sind allein in der ARENA am Rennsteig auf Fokus gestellt.
     
  • Versorgung: Die Versorgung der Helferinnen und Helfer erfolgte im Helferzelt sowie dezentral in den einzelnen Sachgebieten. Pro Tag konnten sie zwischen drei warmen Mahlzeiten wählen. Darüber hinaus wurden insgesamt 2.462 Lunchpakete vergeben.
     
  • Videowände: Die LED-Bande am Schießstand hat eine Fläche von 84 Quadratmetern. Die Anzeigetafel im ARENA am Rennsteig ist 21 Quadratmeter groß. Zäune: In Vorbereitung des BMW IBU Weltcup Biathlon sind insgesamt 1001 Meter Bauzaun und 575 Meter Absperrgitter verbaut worden.